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11. Workshop des Arbeitskreises„Klinische Virologie“
10. – 11.11.2017
Hotel Schloss Zeilitzheim bei Würzburg


 

Am 10. und 11.11.2017 fand der 11. Workshop des Arbeitskreises „Klinische Virologie“ in Zeilitzheim statt. Dieses Jahr allerdings mit einer etwas geringeren Teilnehmerzahl von 25.

Der Workshop wurde mit einer Keynote zum Thema Impfungen, Impfstoffentwicklung von Eberhardt Hildt aus dem Paul Ehrlich Institut, Langen, eröffnet. Anhand von ausgewählten Beispielen (Ebola, RSV, Influenza) stellte Herr Hildt die Problemfelder der Impfstoffentwicklung und Zulassung und auch die Problematik der Adjuvantien umfassend dar. Abgerundet wurde das Thema mit einem Vortrag von Imke Friedrichs aus Frankfurt, die u.a. anhand der Masern-Impfung die kontroverse Diskussion zum Thema der Notwendigkeit von Impfungen darstellte und hier auf die vielen Argumente der Impfgegner einging.

Jörg Hofmann aus Berlin brachte in einer zweiten Keynote zum Thema Hantaviren den Arbeitskreis auf den neusten Stand, insbesondere auch für labordiagnostische Fragestellungen. Wie üblich waren insbesondere die Arbeitsgruppen aus Tübingen aber auch Hannover und Köln mit interessanten Beiträgen zu diversen Themen stark vertreten. Ein weiterer Schwerpunkt, wie jedes Jahr, lag auf diagnostischen Methoden und Probleme sowie interessanten Falldarstellungen.

Der Freitagabend wurde dieses mal für eine lange und intensive Diskussion über die Zukunft der klinischen Virologie genutzt. Die dieses Jahr deutlich geringere Teilnehmerzahl könnte ein Symptom für einen Trend in der gesamten klinischen Virologie sein. So vermelden viele Institute ein Nachwuchsproblem, das Interesse an der klinischen Virologie scheint zu sinken, junge Ärzte und Naturwissenschaftler entscheiden sich immer seltener für diese Fachrichtung bzw. wandern nach der Facharztausbildung in Privatlabore ab. Auf der anderen Hand fehlt in den Instituten vielmals auch die Zeit Doktoranden adäquat zu betreuen, so bleiben viele interessante Aspekte unbearbeitet. Aber auch der starke Wandel in der virologischen Diagnostik muss berücksichtig werden. War die Etablierung und Durchführung von Testmethoden früher eines der Hauptaufgaben und Problemfeld, so ist dies inzwischen meist durch kommerzielle Testverfahren abgedeckt, oder bedarf besonderer Spezialkenntnisse (Beispiel Bioinformatik für NGS). Das heißt, die klinische Virologie muss sich neu orientieren und neu positionieren. Ein wichtiger Aspekt hierfür ist in unseren Augen die Einbindung/Verknüpfung der klinischen Virologie mit der Weiterbildung zum Infektiologen.

Der nächste Workshop findet voraussichtlich am 09. und 10.11.2018 in Zeilitzheim statt.

Wir danken der GfV für die großzügige Unterstützung unseres Arbeitskreises.

 

Für den Arbeitskreis

 

Albert Heim            Annemarie Berger

 

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