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NEWSLETTER
04/2016

vom 27.04.2016
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir blicken zurück auf eine erfolgreiche und hochkarätige Frühjahrstagung und betreiben wieder unser virologisches "Alltagsgeschäft".
In diesem Newsletter steht das Ergebnis der Evaluation eines serologischen Tests zur Bestimmung von Zikavirus-Antikörpern im Mittelpunkt. Wie wir alle vielfach erleben, korreliert die Präsenz in den Medien nicht direkt mit der Bedeutung eines Problems. Aus virologischer und ärztlicher Sicht ist es sehr wichtig, einen verlässlichen Test zum spezifischen und sensitiven Nachweis von Zikavirus-Antikörpern zur Verfügung zu haben. Dies ist jetzt offenbar der Fall (s.u.).
Wie immer empfehle ich die Ausschreibungen und Kongressankündigungen Ihrer Aufmerksamkeit.
Herzlichen Gruß aus dem winterlichen Ulm
Ihr
Thomas Mertens
Aktuelles

Hohe Spezifität eines neuen Zikavirus-ELISA

Die labordiagnostische Abklärung bei Verdacht auf Zikavirus (ZIKV)-Infektion wird zurzeit von mehreren Fachgesellschaften empfohlen [1]. Als zentrales Nachweisverfahren dient - neben dem Nukleinsäurenachweis bei der akuten Infektion - der Nachweis von ZIKV-spezifischen Antikörpern. Die hierzu vorgeschlagenen diagnostischen Algorithmen, wie beispielsweise vom Nationalen Referenzzentrum für tropische Infektionserreger, sehen eine serologische Untersuchung ab Tag 8 nach Symptombeginn bzw. ab Tag 28 nach Rückkehr aus ZIKV-endemischen Gebieten bei Schwangeren vor [2].
Die serologische Diagnostik einer ZIKV-Infektion stellt allerdings besondere Herausforderungen an das diagnostische Labor. Dies liegt an der ausgeprägten Kreuzreaktivität von Antikörpern, die gegen Flaviviren gerichtet sind und im Rahmen von zuvor erfolgten Infektionen oder Impfungen mit ähnlichen Erregern gebildet wurden. In Regionen mit ZIKV-endemischen Auftreten (zurzeit v. a. Süd- und Mittelamerika) sind Kreuzreaktionen aufgrund vorherigen Kontaktes insbesondere zu Dengue- oder Gelbfiebervirus zu beachten [3]. Kommerzielle und automatisierbare Testsysteme zum spezifischen Nachweis von ZIKV-Antikörpern stehen erst seit kurzem zur Verfügung und umfassende Daten zur Testvalidierung fehlten bisher.
Erstmalig konnten Huzly D, Hanselmann I, Schmidt-Chanasit J, Panning M. zeigen, dass ein neuer ZIKV NS1-Antigen-basierter Test zum Nachweis von ZIKV-Antikörpern hochspezifisch auch bei Patienten mit früher erfolgter und laborgesicherter FSME-Infektion oder -Impfung ist [4]. Das FSME-Virus ist in Europa weit verbreitet und von hoher human-medizinscher Relevanz. Eine FSME-Impfung ist seit langer Zeit verfügbar und es wurden Durchimpfungsraten von 20% (Süddeutschland) bis zu 80% (Österreich) berichtet [5]. Auch bei vorherigen Infektionen oder Impfungen mit anderen Flaviviren (u. a. Dengue Virus, Gelbfiebervirus, Hepatitis C Virus) wurden keine Kreuzreaktivitäten beobachtet [4]. Seren mit laborbestätigten ZIKV-Antikörpern wurden von dem neuen Test zuverlässig erkannt.
Die Ergebnisse dieser Studie sind insbesondere für europäische Reisende bzw. Schwangere relevant, die sich in ZIKV-endemischen Gebieten aufgehalten haben. Aufgrund des Zusammenhangs zwischen ZIKV-Infektion während der Schwangerschaft und dem Auftreten von Mikrozephalie-Fällen sind diese neuen Daten zur Spezifität des serologischen Testverfahrens von hoher Bedeutung für Ärzte und die epidemiologische Überwachung (Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz ab 1. Mai 2016). Bei vermutlich steigenden Zahlen von ZIKV-Verdachtsfällen und schwangeren Reiserückkehrerinnen kann dieser Test dazu beitragen, die rasche labordiagnostische Klärung einer Verdachtsdiagnose gemäß aktueller Algorithmen sicherzustellen. Link zur Publikation

1. Zika virus infection - short facts assembled by the Society for Virology in Germany. [Internet]. [cited 25.04.2016]. Available from: http://www.eusv.eu/zika-virus-infection-short-facts-assembled-by-the-soc....
2. Empfehlungen zur Diagnostik der Zika Virus-Infektion [Internet]. 2016. Available from: https://www.bnitm.de/aktuelles/mitteilungen/954-empfehlungen-zur-diagnos....
3. Lanciotti RS, Kosoy OL, Laven JJ, et al. Genetic and serologic properties of Zika virus associated with an epidemic, Yap State, Micronesia, 2007. Emerg Infect Dis. 2008;14(8):1232-9.
4. Huzly D, Hanselmann I, Schmidt-Chanasit J, Panning M. High specificity of a novel Zika virus ELISA in European patients after exposure to different flaviviruses. Euro Surveill. 2016;21(16):30203.
5. Heinz FX, Stiasny K, Holzmann H, et al. Vaccination and tick-borne encephalitis, central Europe. Emerg Infect Dis. 2013;19(1):69-76.
 
Europäische Impfwoche 2016 - "Impflücken schließen"
Fehlende Impfungen sollten unbedingt nachgeholt werden


Pressemitteilung 22.04.2016, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

Viele Jugendliche und Erwachsene wissen nicht, ob sie als Kinder einen ausreichenden Impfschutz wie zum Beispiel gegen Masern erhalten haben. Die Folge: Im Jahr 2015 war fast die Hälfte der Masernkranken in Baden-Württemberg älter als 15 Jahre.
Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg weist anlässlich der 11. Europäischen Impfwoche vom 24. bis 30. April 2016 unter dem Motto "Impflücken schließen" darauf hin, dass die Impfung eines jeden Menschen entscheidend für die Verhütung von Infektionskrankheiten und dem Schutz von Menschenleben ist. Die seit 2005 jährlich veranstaltete Europäische Impfwoche soll das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung von Impfmaßnahmen für Gesundheit und Wohlbefinden schärfen. (weiter lesen)
 
TRAIN - Translationsallianz in Niedersachsen - TRAIN ACADEMY
TRAIN stands for translation alliance in Lower Saxony. In this collaboration universities and extra-academic research institutions bundle their knowledge and infrastructures in order to bring possible active agents and vaccines from the laboratory to the patient faster. Together, the researchers of TRAIN translate findings from basic research into new biomedical diagnosis, therapy and prevention procedures. The goal: to reflect the entire development chain of medical research with research establishments in Lower Saxony - from the discovery of a new active agent to the creation of a medicine. With the support of the Ministry for Science and Culture of Lower Saxony (MWK) TRAIN will bridge the gap between basic research and medical application: we interlink our expertise in biomedical research in a way that enables the scientific findings from Lower Saxony to be rapidly made available to patients as diagnosis, therapy or prevention procedures in the future. (more information)
Stellenangebote
16 PhD Positions in Life Sciences including Virology
The joint graduate program of the Excellence Cluster Cells in Motion (CiM) and the International Max Planck Research School – Molecular Biomedicine (IMPRS-MBM) offers positions to pursue PhD projects in the areas of biology, chemistry, physics, mathematics or computer science. We are looking for young scientists with a vivid interest in interdisciplinary projects to image cell dynamics from the subcellular to the patient level. PhD projects range from the analysis of basic cellular processes to clinical translation, from the application of novel biophysical approaches and the generation of mathematical models to the development of new imaging-related techniques and compounds.. (more information)
 
PhD Position
In the research group of Prof. Dr. Dagmar Knebel-Mörsdorf a PhD position is available to join the project "Characterization of Herpes simplex virus internalization into keratinocytes and fibroblasts" (DFG KN 536/16-3). The main interest of our lab is to understand how HSV-1 invades its natural target tissue, skin or mucosa, to reach its receptors and initiate infection. We aim to characterize physical barriers, signaling pathways and receptors that are involved in the viral entry process. We established a protocol for ex vivo infection of epidermal sheets that allows studying viral entry into the epidermis of mouse models as well as of human mucosa. (more information)
Hinweise auf nationale und internationale Tagungen
10.-13. Mai 2016:
International Meeting Cell Death, Inflammation & Immunity, Crete (Greece)
 
10.-12. Juni 2016:
4th European Seminar in Virology (EuSeV): Oncogenic and Oncolytic Viruses, Bertinoro (Italy)
 
15.-18. Juni 2016:
Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT), Würzburg
 
06. Juli 2016:
LEOPOLDINA-SYMPOSIUM: „Erreger-Wirt Kommunikation“, Berlin (Germany)
 
16.-20. August 2016:
12th International Adenovirus Meeting, Barsinghausen (Germany)
 
28.08.-01. September 2016:
Tofo Advanced Study Week on Arboviruses: Dengue - Zika - Chikungunya, Praia do Tofo (Mozambique)
 
12.-14. September 2016:
Frontiers of Retrovirology Conference 2016, Erlangen (Germany)
 
21.-24. September 2016:
International HBV Meeting: The Molecular Biology of Hepatitis B Viruses, Yonsei University Seoul, (Korea)
 
27.-28. September 2016:
Jahrestagung der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten, Düsseldorf (Germany)
 
27.-30. September 2016:
46th Annual Meeting of the German Society for Immunology, Hamburg (Germany)
 
30. September 2016:
11th Mini Herpesvirus Workshop, Berlin (Germany)
 
11.-15. Oktober 2016:
23rd International Symposium on Hepatitis C Virus and Related Viruses, Kyoto International Conference Center (Japan)
 
13.-14. Oktober 2016:
National Symposium on Zoonoses Research 2016, Berlin (Germany)
 
19.-22. Oktober 2016:
6th European Congress of Virology (ECV), Hamburg (Germany)
 
weitere Termine und Informationen finden Sie auch auf den Seiten der GfV
Impressum
Prof. Thomas Mertens
Universitätsklinikum Ulm
Institut für Virologie
Albert-Einstein-Allee 11
D-89081 Ulm
Phone: +49-731 500 65101
Sekretariat:
Ingrid Bennett
ingrid.bennett@uniklinik-ulm.de
Vorsitzender der Kommission
"Homepage/Newsletter"
Prof. Dr. Michael Roggendorf
Technische Universität München
Institut für Virologie
Schneckenburgerstr. 8
81675 München
michael.roggendorf@tum.de