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H5N8, ein neuer Erreger der Vogelgrippe
In den vergangenen Wochen haben Ausbrüche des Vogelgrippe-Virus H5N8 in der Bundesrepublik und einigen angrenzenden Ländern zu erheblicher Beunruhigung geführt. Der Erreger gehört zur Gruppe der hoch pathogenen Influenzaviren der Vögel (sogenannte „Geflügelpest“) und ist vermutlich aus der Kombination des hinlänglich bekannten H5N1-Virus mit anderen aviären Influenzaviren hervorgegangen. Das H5N8-Virus wurde erstmals 2009 in China beobachtet und hat während der letzten 3 Jahre vor allem in Südkorea, aber auch in Japan und Taiwan immer wieder zu Ausbrüchen bei Geflügel mit hohem wirtschaftlichem Schaden geführt. Epidemiologische Studien legen nahe, dass Zugvögel eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung spielen. Auf diesem Weg scheint das Virus auch nach Europa und Nordamerika gekommen zu sein. Dass der Erreger hierzulande seit Oktober immer wieder bei verendeten Enten, Schwänen und anderen Wildvögeln nachgewiesen wurde, steht damit in Einklang. Daneben sind aber auch bereits mehrfach Geflügelbestände befallen worden. Betroffen waren zunächst Regionen an der deutschen und polnischen Ostseeküste, Sachsens, Hessens, sowie die Gebiete um Bodensee, Neuenburger See und Genfer See in der Schweiz. Auch aus Ungarn wurden Ausbrüche gemeldet. Das Virus breitet sich weiter sehr dynamisch aus. Kontrollmaßnahmen bestehen in der Stallpflicht für Geflügel, durch die der Kontakt mit Wildvögeln verhindert werden soll, und in der Ausmerzung bereits befallener Nutztierbestände. Eingriffe in die Wildvögelpopulationen und ihren Lebensraum sind dagegen nicht sinnvoll möglich. Im Gegensatz zu H5N1-Virus und einigen anderen aviären Influenzaviren wird das H5N8-Virus nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht auf den Menschen übertragen. Eine direkte Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung besteht deswegen nicht. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Übertragbarkeit des Erregers auf Grund seiner hohen genetischen Flexibilität ändert. Es muss auch bedacht werden, dass bei gleichzeitiger Doppelinfektion eines Tieres mit H5N8 Virus und einem den Menschen infizierenden Influenzavirus ein neues Virus entstehen könnte (pandemisches Influenzavirus), dass von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Über die krankmachenden Eigenschaften eines solchen Virus lässt sich im Vorhinein nichts sagen. Ein derartiges Ereignis ist sehr selten, aber nicht unmöglich.Wachsamkeit ist deswegen auch hier geboten.

Ralf Bartenschlager erhält höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung der USA
Ralf Bartenschlager, Leitender Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie am Zentrum für Infektiologie, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg, , wird gemeinsam mit seinen Kollegen Professor Charles Rice, Rockefeller University, New York, und Dr. Michael Sofia, Arbutus Biopharma, USA, mit dem Lasker~DeBakey Award für klinisch-medizinische Forschung für ein Replikationssystem von HCV in Hepatozytenkulturen ausgezeichnet. Der Lasker-Award, den die New Yorker Lasker-Foundation jährlich in drei Kategorien vergibt, ist die höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung in den USA und gilt auch als inoffizieller "amerikanischer Medizin-Nobelpreis". Er ist mit 250.000 US-Dollar dotiert. Die feierliche Verleihung des Awards findet am 23. September 2016 in New York statt.

Stellungnahme zum Einsatz von Palivizumab in der Prophylaxe und Therapie von RSV-Infektionen bei Risikopatienten
Ortwin Adams
Institut für Virologie, Universitätsklinikum Düsseldorf
Für die gemeinsame Kommission für Antivirale Therapie der Gesellschaft für Virologie (GfV), der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG)

Europäische Impfwoche 2016 – „Impflücken schließen“

Fehlende Impfungen sollten unbedingt nachgeholt werden

 

Viele Jugendliche und Erwachsene wissen nicht, ob sie als Kinder einen ausreichenden Impfschutz wie zum Beispiel gegen Masern erhalten haben. Die Folge: Im Jahr 2015 war fast die Hälfte der Masernkranken in Baden-Württemberg älter als 15 Jahre.

 

Das Virus (aktualisiert: 15.07.2016)

Das Zika-Virus zählt zur Gruppe der durch Stechmücken übertragenen Spondweni-Viren in der Familie der Flaviviren. Molekularbiologisch ist es durch ein einzelsträngiges RNA-Genom in Positivstrang-Orientierung (10.617 Basen Länge) und ein membranumhülltes Kapsid gekennzeichnet (Baronti et al., 2014). Die Stabilität gegenüber Umweltbedingungen und Desinfektionsmitteln ist gering und entspricht derjenigen anderer Flaviviren (Müller et al., 2016). Bisher sind zwei genetische Linien beschrieben: die afrikanische und die asiatische Linie. Vertreter der asiatischen Linie sind für den epidemischen Ausbruch von Zika-Virusinfektionen verantwortlich, der seit 2015 in Süd- und Mittelamerika registriert wird.

Pressemitteilung

Experten des HZI geben eine Einschätzung der Lage und erklären die Ursachen

Die Grippewelle ist da. Wie üblich zu dieser Jahreszeit, nehmen in den letzten Wochen die Influenzafälle in Deutschland zu. Prof Klaus Schughart, Leiter der Abteilung Infektionsgenetik, Prof. Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie, und Prof. Carlos A. Guzmán, Leiter der Abteilung Vakzinologie, am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig äußern sich zur aktuellen Lage und den Hintergründen.

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