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Zwei neue Stellungnahmen der Gesellschaft für Virologie

1. Afrikanische Schweinepest breitet sich weiter aus

Die Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Georgien im Jahr 2007 waren die ersten Berichte von ASP in dieser Region Europas. Ausgehend von diesen Ausbrüchen hatte sich die Infektion in den vergangenen Jahren in weitere transkaukasische Länder (Armenien, Aserbaidschan) und innerhalb der russischen Föderation ausgebreitet. In den Jahren 2012 bis 2014 meldeten die Ukraine und Weißrussland sowie Litauen, Polen, Lettland und Estland erste Fälle von ASP bei Wild- und auch bei Hausschweinen. Die Tschechische Republik meldete im Juni 2017 erste Fälle von ASP bei Wildschweinen in der Grenzregion zur Slowakei. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren in Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ukraine, der Tschechische Republik und Rumänien über 2300 ASP-Ausbrüche bei Haus- und Wildscheinen gemeldet worden, wovon >90% der Fälle bei Wildschweinen auftraten.

Derzeit ist nicht auszuschließen, dass es zukünftig zu einer weiteren Verbreitung der Infektion in andere Länder der Europäischen Union kommen wird.

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2. Stellungnahme zum HIV-Heimtest/Selbsttest

Resümee
Um die weitere Ausbreitung der HIV-Infektion zu verhindern und um Infizierten einen frühzeitigen Therapiebeginn zu ermöglichen, befürworten wir eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung, die es ermöglicht, HIV-Tests auch an Privatpersonen abzugeben.
Allerdings ist sicherzustellen, dass  die begleitenden Informationen für solche Heimtests klare und eindeutige Informationen zum Umgang mit den Testergebnissen enthalten. Dabei ist zum einen darauf zu verweisen,  dass die reduzierte Empfindlichkeit dieser Teste gegenüber den laborgestützten Suchtesten der 4. Generation einen Infektionsausschluss erst 12 Wochen nach dem letzten Risikokontakt erlaubt. Zum anderen ist darzulegen, dass ein positives oder unklares Ergebnisse im Heimtest in jedem Fall  eine Vorstellung beim Arzt mit einer nachfolgenden Abklärung mittels laborgestützter Verfahren erfordert (zur Bestätigung tatsächlicher Infektionen und zur Erkennung falsch-positiver Testergebnisse).  Da Heimtests sicherlich in manchen Fällen in Unkenntnis ihrer tatsächlichen Aussagekraft auch bereits kurz nach einer möglichen HIV-Exposition verwendet werden, ist auch darauf hinzuweisen, dass bei einem Risikokontakt vor weniger als 72 Stunden  die Möglichkeit einer Postexpositionsprophylaxe besteht, die es ebenfalls notwendig macht, einen Arzt aufzusuchen.
In einer wissenschaftlichen Begleitung sollte die Wirksamkeit dieser zusätzlichen Testmöglichkeit für die HIV-Prävention an den Parametern Neuinfektionen (derzeit 3.000-3.400/a) und dem Anteil der Late-Presenter an den Erstdiagnosen (derzeit ca. 30%, 1200 von 3900 a) überprüft werden.

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