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  Fragen zur Schweinegrippe-Impfung
1. Wie gefährlich ist die neue Grippe (Schweinevirusgrippe, H1N1)?

Zurzeit verläuft die Infektion mit dem neuen Grippevirus moderat und ist vergleichbar mit den bisherigen (sog. saisonalen) Grippevirus-Infektionen. Unklar ist, ob und wann dieses neue Grippevirus weiter zu einem gefährlichen Virus mutiert. Auch ohne Veränderungen der krankmachenden Eigenschaften des Virus besteht die Gefahr hoher Erkrankungszahlen und damit auch Komplikationen in der kommenden Grippe-Saison.

2. Wer sollte sich impfen lassen? (Alter?)

Im Grunde sollte sich jeder impfen lassen. Im besonderen Maße sollten sich aber chronisch kranke Personen, Schwangere sowie das medizinische Personal in Praxen und Krankenhäusern impfen lassen, da die erstgenannten besonders durch den neuen Virustyp H1N1 gefährdet sind und bei der anderen Gruppe ein hohes Ansteckungsrisiko besteht und damit Fehlzeiten beim Dienst im Gesundheitswesen vermieden werden. Prinzipiell gilt: je mehr Personen geimpft werden, desto langsamer verbreitet sich das Virus und die Ansteckungswelle verläuft umso geringer. Die Empfehlungen der STIKO zur Impfung gegen H1N1-Schwein werden in wenigen Wochen erscheinen.

3. Wo kann man sich impfen lassen?

Geplant ist, Impfungen im Rahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (sprich in Gesundheitsämtern) aber auch in ärztlichen Praxen und durch Betriebsärzte durchzuführen. Da der Impfstoff auch in Fläschchen mit einer Menge für zehn Impfungen abgefüllt wird, wird die Impfung vielerorts zu bestimmten Impfterminen erfolgen. Letztendlich entscheidet jedes Bundesland, wie geimpft werden soll.

4. Dürfen auch Kinder und Schwangere geimpft werden?

Da es sich bei dem Impfstoff gegen den neuen Influenza-Virustyp H1N1 wie auch gegen alle bisherigen Influenzaviren um einen Todimpfstoff handelt, der kein lebendes Virus oder einen Erreger enthält, kann im Prinzip jeder unabhängig vom Alter geimpft werden. Sehr wahrscheinlich werden die Impfstoffe für Kinder ab 6 Monaten und auch für Schwangere zugelassen werden. Bisher ergibt sich zwar anhand der durchgeführten Untersuchungen keine Gefährdung von Schwangeren durch die Verabreichung des neuen Impfstoffes. So sollte abgewogen werden, ob im individuellen Fall der Nutzen einer Impfung deren theoretisch möglichen Impfrisiken bei weitem überwiegt.

5. Kein Impfschutz, aber Grippesymptome, was tun?

In diesem Fall empfiehlt sich der rasche Besuch eines Arztes (mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung eines möglichen Influenzavirus). Der Arzt wird entscheiden und gegebenenfalls ein Medikament verschreiben. Diese Mittel wirken aber nur in der frühen Phase der Infektion.

6. Zahlt die Kasse?

Für den Impfling wird die Impfung kostenlos sein. Die Kosten werden zum Teil von den Krankenkassen und den Ländern wie auch vom Bund übernommen.


7. Kann eine Impfung auch bei veränderten Virenstämmen schützen?

Es konnte gezeigt werden, dass ein Impfstoff gegen einen Influenzatyp auch gegen genetisch im Hämagglutinin leicht veränderte Influenza-Viren schützt oder zumindest die Folgen der Infektion deutlich abschwächt. Es gibt auch genetische Veränderungen des Virus, die zu veränderter Pathogenität (krankmachende Eigenschaften) ohne Veränderung der Antigenität führen.

8. Wie lange hält der Impfschutz vor?

Die „alten“ saisonalen Impfstoffe schützen meist nur für 1 Jahr. Außerdem muß bei Veränderungen der Influenzaviren in den entscheidenden Epitopen mit einem neu zusammengesetzten Impfstoff nachgeimpft werden. Die „neuen“ Impfstoffe gegen H1N1 (Schweinegrippe) mit Adjuvantien sind demgegenüber wesentlich immunogener.

9. Können Impfungen Allergien oder grippeähnliche Symptome auslösen?

Der Impfstoff gegen den neuen Influenza-Typ enthält Hilfsstoffe (Adjuvantien), die die stimulierende Wirkung auf das Immunsystem verstärken und den Impfschutz verbessern sollen. Daher kann es gelegentlich zu Rötungen, Verhärtungen und Schmerzen an der Einstichstelle wie auch zu leichtem Fieber kommen. Diese Symptome verschwinden aber nach ca. 2 Tagen und stehen in keinem Verhältnis zu den schwerwiegenden Folgen einer Grippevirus-Infektion. Eine Grippe kann man von der Impfung nicht bekommen, da der Impfstoff nur abgetötete Viren enthält.

10. Muss ich mich zusätzlich gegen die saisonale Grippe impfen lassen?

Ja, denn aus den Beobachtungen der abgelaufenen Grippewelle auf der Südhalbkugel unser Welt kann noch nicht sicher vorhergesagt werden inwieweit der neue Influenzavirustyp die herkömmlichen Influenza-Typen verdrängt. Im Augenblick wird empfohlen, sich gegen beide Grippeerkrankungen impfen zu lassen.

11. Setzt der Schutz sofort nach der Impfung ein?

Die neue Impfung gegen H1N1 muß zweimal verabreicht werden.Wie bei allen Impfungen muss das Immunsystem des Körpers erst stimuliert werden. Ein vernünftiger Schutz erfolgt erst nach 10 – 20 Tagen nach der 2. Impfung.

12. Kann ich mich auch bei einem schwachen Immunsystem impfen lassen?

Totimpfstoffe enthalten ja keine lebenden Erreger und können somit auch bei einem schwachem Immunsystem verabreicht werden. In Zweifelsfällen sollte unbedingt vorher der betreuende Arzt zu Rate gezogen werden.


Prof. Dr. med. Barbara Gärtner         Prof. Dr. Nikolaus Müller-Lantzsch


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  Impfungen - Steckbrief Hepatitis-A-Impfstoff
Informationen über:

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  Impfungen - Steckbrief Influenza-Impfstoff
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  Antivirale Therapie - Ribavirin
Ribavirin (1-β-D-Ribofuranosyl-1,2,4-triazol-3-carboxamid; Handelsnamen Virazol(TM), Virazid(TM), Rebetol®, Copegus®) ist eines der ältesten Virostatika. Es wurde 1972 von Wissenschaftlern der USamerikanischen Firma ICN auf der Suche nach Ribonukleosiden entdeckt, die gegen möglichst viele Viren gleichzeitig wirken.

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  Steckbrief Papillomvirus-Impfstoff
Vorbemerkung


Impfstoffe gegen Humane Papillomviren (HPV) dienen der Verhütung des Gebärmutterhalskrebses sowie seiner Vorstufen, den präkanzerösen Läsionen (zervikalen intraepithelialen Neoplasien, CIN) des Gebärmutterhalses sowie persistierenden Infektionen mit onkogenen (krebserregenden) HPV-Typen bei Frauen aller Altersgruppen und weiblichen Jugendlichen. Zwei Impfstoffe sind derzeit zugelassen.

Beide Impfstoffe enthalten sogenannte „virus-like particles“ (VLPs), die aus dem Hauptkapsidprotein L1 der Papillomviren bestehen. Diese L1-Proteine werden in gentechnisch veränderten Hefe- oder Insektenzellen produziert und bilden spontan sphärische Partikel mit einem Durchmesser von ca. 50 nm, die leere Kapsid-ähnliche Gebilde darstellen und damit Viruspartikeln ähneln, aber keine virale DNA und damit kein onkogenes Potential besitzen. Zur Impfstoffherstellung werden die L1-VLPs durch Aufbrechen der Zellen freigesetzt, gereinigt und mit Adjuvans versetzt.


Zusammensetzung, Herstellung

Der Impfstoff Gardasil® (Merck) besteht aus L1-VLPs der Papillomvirustypen HPV6, 11, 16 und 18, die in Zellen von Saccharomyces cerevisiae (Bäckerhefe) produziert werden (Fachinfo Gardasil 2006). Er enthält in 0,5 ml 20 µg HPV6-Protein, 40 µg HPV11-Protein, 40 µg HPV16-Protein und 20 µg HPV18-Protein. Als Adjuvans ist Aluminium-Hydroxyphosphat-Sulfat zugesetzt. Er richtet sich gegen die onkogenen HPV-Typen HPV16 und HPV18 und zusätzlich gegen die genitalen Warzen verursachenden HPV6 und HPV11. Dieser Impfstoff wurde im Juni 2006 von der FDA zugelassen und im Juli 2006 von der ACIP allen 9 – 13 Jahre alten Mädchen empfohlen, sowie Frauen bis zum 26 Lebensjahr (ACIP 2006). Die europäische Zulassung durch die EMEA erfolgte im September 2006.

Der Impfstoff Cervarix® (GlaxoSmithKline) enthält L1-VLPs der HPV-Typen HPV16 und HPV18. Die VPLs werden mittels des Bakulovirussystems in Insektenzellen (Spodoptera frugiperda Sf9- und Trichoplusia ni Hi-5-Zellen) hergestellt. Eine Impfstoffdosis enthält in 0,5 ml je 20 µg der HPV16- und HPV18-L1-VPLs sowie das Adjuvans AS04 (500 µg Aluminiumhydroxid und 50 µg 3-deazyliertes Monophosphoryl-Lipid A (MPL)).


Anwendung

Beide Impfstoffe werden dreimal intramuskulär injiziert. Gardasil® wird zum Zeitpunkt 0, nach zwei und sechs Monaten verabreicht, Cervarix® zum Zeitpunkt 0 sowie nach einem und sechs Monaten.

Verträglichkeit

Beide Impfstoffe sind gut verträglich. Schwerwiegende Reaktionen, die auf die getesteten Impfstoffe zurückzuführen waren, wurden bisher nicht beobachtet. Lokale Reaktionen an der Einstichstelle wurden beobachtet, waren jedoch nicht häufiger als bei anderen, gut verträglichen Impfstoffen bzw. als in der Plazebogruppe. Das galt auch für den Impfstoff Cervarix mit dem Adjuvans AS04, das als verhältnismäßig reaktogen bekannt ist.


Wirksamkeit

Mit beiden Impfstoffen wurden umfangreiche Wirksamkeits-, Sicherheits-, und Immunogenitätsstudien durchgeführt (Villa et al 2005; Harper et al 2006; Harper et al 2004). In einem Beobachtungszeitraum von bis zu vier Jahren schützten beide Impfstoffe vor persis tierenden Infektionen mit HPV16 oder HPV18. sowie vor mit HPV 16 oder 18 assoziierten Präkanzerosen (CIN 2/3) oder Carcinomata in situ. Bei gegen HPV6 und 11 geimpften Frauen traten keine Genitalwarzen auf. Neue Ergebnisse lassen vermuten, dass beide Impfstoffe auch einen gewissen Schutz vor Infektionen mit den onkogenen HPV-Typen 45 und 31 bieten, die phylogenetisch mit den HPV-Typen 16 und 18 verwandt sind. Über die Schutzdauer bzw. die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen ist bisher nichts bekannt. Beobachtung der bisherigen Serum-Titer-Verläufe (und damit einhergehend neutralisierender Antikörper am Zielorgan) lassen aber auf einen lange anhaltenden Schutz schließen.
Ob der Impfstoff auch wirkt, wenn bereits eine Infektion mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen 16 und 18 stattgefunden hat, ist noch nicht eindeutig geklärt, neueste Ergebnisse sprechen aber eher dagegen. Bei bereits vor der Impfung vorhandenen Infektionen mit HPV16 oder 18 oder bei bereits bestehenden Läsionen durch diese beiden Typen führte die Impfung zumindest in der dreijährigen Beobachtungszeit zu keiner Änderung des klinischen Verlaufes (Ault and the Future II Study Group 2007; The Future II Study Group 2007).


Indikationen

Da die das Zervixkarzinom verursachenden HPV-Viren durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, erscheint es aufgrund der bisher vorliegenden Daten sinnvoll, Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu impfen. Im März 2007 wurde die Impfung daher von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen. Eine Aussage darüber, ob die Impfung bei bereits infizierten Mädchen und Frauen wirksam und damit indiziert ist, ist nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht möglich; nach neuesten Ergebnissen scheint eine Wirksamkeit in diesen Fällen eher unwahrscheinlich zu sein (s.o.).


Literatur

Ault KA; Future II Study Group. Effect of prophylactic human papillomavirus L1 virus-like-particle vaccine on risk of cervical intraepithelial neoplasia grade 2, grade 3, and adenocarcinoma in situ: a combined analysis of four randomised clinical trials. Lancet. 2007; 369:1861-8

Harper DM, Franco EL, Wheeler CM, Moscicki AB, Romanowski B, Roteli-Martins CM, Jenkins D, Schuind A, Costa Clemens SA, Dubin G; HPV Vaccine Study group. Sustained efficacy up to 4.5 years of a bivalent L1 virus-like particle vaccine against human papillomavirus types 16 and 18: follow-up from a randomised control trial. Lancet. 2006;367:1247-55.

Harper DM, Franco EL, Wheeler C, Ferris DG, Jenkins D, Schuind A, Zahaf T, Innis B, Naud P, De Carvalho NS, Roteli-Martins CM, Teixeira J, Blatter MM, Korn AP, Quint W, Dubin G; GlaxoSmithKline HPV Vaccine Study Group. Efficacy of a bivalent L1 virus-like particle vaccine in prevention of in-fection with human papillomavirus types 16 and 18 in young women: a randomised controlled trial. Lancet 2004; 364: 1757 – 1765

FUTURE II Study Group. Quadrivalent vaccine against human papillomavirus to prevent high-grade cervical lesions. N Engl J Med. 2007; 356:1915-27

Villa LL, Costa RL, Petta CA, Andrade RP, Ault KA, Giuliano AR, Wheeler CM, Koutsky LA, Malm C, Lehtinen M, Skjeldestad FE, Olsson SE, Steinwall M, Brown DR, Kurman RJ, Ronnett BM, Stoler MH, Ferenczy A, Harper DM, Tamms GM, Yu J, Lupinacci L, Railkar R, Taddeo FJ, Jansen KU, Esser MT, Sings HL, Saah AJ, Barr E. Prophylactic quadrivalent human papillomavirus (types 6, 11, 16, and 18) L1 virus-like particle vaccine in young women: a randomised double-blind placebo-controlled multicentre phase II efficacy trial. Lancet Oncol. 2005;6:271-8.


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  Steckbrief Rotavirus-Impfstoff
Vorbemerkung

Der erste Impfstoff gegen Rotaviren wurde 1998 zugelassen, ein knappes Jahr nach der Zulassung und einer generellen Impfempfehlung in den USA aber wieder vom Markt genommen. Grund war das Auftreten von 15 Fällen von Invagination, also Einstülpungen eines Darmabschnittes in einen anderen, kurze Zeit nach der Impfung (CDC 2004). In der Zwischenzeit wurden zwei andere Impfstoffe zur Marktreife entwickelt: eine pentavalente "Reassortanten"-Vakzine auf der Basis eines bovinen Rotavirusstammes und ein Impfstoff, der einen attenuierten humanen Rotavirusstamm enthält. Beide Impfstoffe wurden in umfangreichen Studien getestet, an denen jeweils mehr als 60 000 Kinder teilnahmen, von denen die Hälfte Placebo erhielten. Diese große Anzahl war notwendig, um eine Häufung der oben erwähnten Darminvaginationen erkennen zu können. Beide Impfstoffe erwiesen sich als sicher und effektiv. Der attenuierte Rotavirusimpfstoff wurde Ende Februar 2006 von der Euro päischen Arzneimittelagentur EMEA unter dem Namen Rotarix zugelassen, der pentavalente Impfstoff (RotaTeq®) erhielt die Zulassung im Juni des gleichen Jahres.

Zusammensetzung, Herstellung

Attenuierter Rotavirusimpfstoff (Rotarix ®)

Der Impfstoff enthält einen attenuierten humanen Rotavirusstamm (RIX4414). Das Wildvirus stammt von einem 15monatigen Kind mit Rotavirus-assoziiertem Durchfall. Das Primärisolat wurde zunächst in "African green monkey kidney"-Zellen 33 mal passagiert (Bernstein et al 1998). Der resultierende Stamm 89-12 wurde dann nach "plaque-purification" in Vero-Zellen weiterpassagiert (Ruiz-Palacios et al 2006). Der Impfstoff wird lyophilisiert geliefert und unmittelbar vor Gebrauch mit 1,3 ml einer Kalziumkarbonat enthaltenden Pufferlösung (zur Neutralisierung der Magensäure) rekonstituiert.


Pentavalenter Rotavirusimpfstoff (RotaTeq ®)

Der Impfstoff enhält fünf Rotaviren, die durch genetisches Reassortment aus dem für den Menschen apathogenen bovinen Rotavirusstamm WC3 und fünf verschiedenen menschlichen Rotaviren hergestellt wurden. Dazu wurden Zellkulturen mit dem bovinen VirusWC3 und gleichzeitig einem menschlichen Rotavirus infiziert. Auf diese Weise erhielt man fünf verschiedene bovine Viren, die jeweils das Oberflächenprotein G1, G2, G3, G4, bzw. P1 aus humanpathogenen Rotavirusstämmen tragen (Heaton et al 2005).Der Impfstoff liegt fertig zur Anwendung in 2 ml einer saccharosehaltigen Pufferlösung vor.


Anwendung

Attenuierter Impfstoff (Rotarix®): Zwei Dosen je 1 ml des rekonstituierten Impfstoffs werden im Abstand von 2 Monaten oral appliziert.
Pentavalenter Impfstoff (RotaTeq®): Es werden drei Dosen in einem Mindestabstand von 4 Wochen oral verabreicht.
Das Mindestalter für die erste Dosis beider Impfstoffe ist 6 Wochen; die Impfung sollte spätestens bis zur Vollendung der 24. Lebenswoche (Rotarix®) bzw. der 26. Lebenswoche (RotaTeq®) beendet sein. Bei späterer Gabe könnte u.U. das Risiko einer Invagination erhöht sein (Glass and Parashar 2006).


Verträglichkeit

Beide Impfstoffe sind gut verträglich. Nebenwirkungen umfassen Reizbarkeit, Appetitverlust, Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Aufstoßen, Fieber und Müdigkeit. Die Rate an Invaginationen war in der Gruppe der Geimpften nicht signifikant höher als in der Placebogruppe. Nach der Gabe des attenuierten Impfstoffs kam es in 6 Fällen in der Impfgruppe und in 7 Fällen der Plazebogruppe zu einer Invagination (Ruiz-Palacios et al 2006), für den pentavalenten Impfstoff war dieses Verhältnis 6 zu 5 (Vesicari et al 2006).


Wirksamkeit

Beide Impfstoffe schützen zu ca. 75% vor Rotavirus-Gastroenteritis; sehr schwere Erkrankungsfälle und Krankenhauseinweisungen wegen einer Rotaviruserkrankung wurden zu über 90% verhindert (Ruiz-Palacios et al 2006; Vesicari et al 2006). Die Impfung ist wirksam gegen die meisten zirkulierenden Rotavirus-Serotypen. Für den attenuierten Impfstoff konnte in mehreren Studien eine Schutzwirkung gegen den dem Impfstoff zugrunde liegenden Serotyp G1P[8] sowie die Typen G2P[4], G3P[8], G4P[8] und G9P[8] demonstriert werden. Die mit dem tetravalenten Impfstoff durchgeführten Studien zeigten eine Wirksamkeit gegen die Serotypen G1P1[8], G2P[4], G3P1[8], G4P1[8] und G9P1[8].

Sieben bis neun Tage nach der ersten Impfung mit dem attenuierten Impfstoff schieden 38-60% der geimpften Kinder das Impfvirus im Stuhl aus, nach der zweiten Dosis nur noch 0-13% (Vesikari et al 2004). Nach Gabe des tetravalenten Impfstoffs kam es vier bis sechs Tagen nach der ersten Dosis bei 12,7% aller geimpften Kinder zu einer Ausscheidung des Impfvirus, nach der zweiten und dritten Impfung konnte kein Impfvirus mehr im Stuhl nachgewiesen werden (Vesicari et al 2006).


Indikationen

Der Nutzen einer generellen Impfung mit Rotavirusimpfstoff für Entwicklungs- und Schwellenländer, wo Rotavirusinfektionen häufig zu Todesfällen führen, steht außer Frage. Auch für Industrienationen kann angesichts der hohen Morbidität von Rotavirusinfektionen ein derartiger Impfstoff eine sinnvolle Ergänzung des bisherigen Impfschemas sein.


Literatur

Bernstein DI, Smith VE, Sherwood JR, Schiff GM, Sander DS, DeFeudis D, Spriggs DR, Ward RL. Safety and immunogenicity of live, attenuated human rotavirus vaccine 89-12. Vaccine 1998; 16: 381-7.

CDC. Suspension of rotavirus vaccine after reports of intussusception - United States, 1999. Morbid Mortal Wkly Rep 2004; 53: 786-789

Glass RI, Parashar UD. The promise of new rotavirus vaccines. N Engl J Med 2006; 354: 75-77.

Heaton PM, Goveia MG, Miller JM, Offit P, Clark HF. Development of a pentavalent rotavirus vaccine against prevalent serotypes of rotavirus gastroenteritis. J Infect Dis 2005;192 Suppl 1:S17-21.

Ruiz-Palacios GM, Perez-Schael I, Velazquez FR, et al. Safety and efficacy of an attenuated vaccine against severe rotavirus gastroenteritis. N Engl J Med 2006; 354: 11-22.

Vesikari T, Karvonen A, Korhonen T, Espo M, Lebacq E, Forster J, Zepp F, Delem A, De Vos B. Safety and immunogenicity of RIX4414 live attenuated human rotavirus vaccine in adults, toddlers and previously uninfected infants. Vaccine 2004; 22: 2836-42

Vesikari T, Matson DO, Dennehy P, Van Damme P, Santosham M, Rodriguez Z, Dallas MJ, Heyse JF, Goveia MG, Black SB, Shinefield HR, Christie CD, Ylitalo S, Itzler RF, Coia ML, Onorato MT, Adeyi BA, Marshall GS, Gothefors L, Campens D, Karvonen A, Watt JP, O'Brien KL, DiNubile MJ, Clark HF, Boslego JW, Offit PA, Heaton PM; Rotavirus Efficacy and Safety Trial (REST) Study Team. Safety and efficacy of a pentavalent human-bovine (WC3) reassortant rotavirus vaccine. N Engl J Med. 2006;354:23-33.


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  Impfungen - Steckbrief Hepatitis-B-Impfstoff
Informationen über:

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Vogelgrippe

Das Influenzavirus vom Subtyp H5N1, das seit 2003 immer wieder zu Geflügelpestausbrüchen in Südostasien führt, konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden. Bislang wurden ca. 50 menschliche Krankheitsfälle mit einer Letalität von mehr als 70% beobachtet. Die Anzeichen mehren sich , dass sich das Virus in einer Weise entwickelt, die den Beginn einer neuen Grippepandemie begünstigt. Bis zur Bereitstellung eines geeigneten Impfstoffes bieten bei einer Pandemie Neuraminidasehemmer (Relenza, Tamiflu) den wirksamsten Schutz vor Infektion und Erkrankung. Da in einer Krisensituation mit Lieferengpässen zu rechnen ist, empfiehlt die GfV, sich diese Medikamente bereits zum jetzigen Zeitpunkt als Notfallreserve zu beschaffen.

Weitere Informationen:
www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM
Influenza-Seiten des Robert-Koch-Instituts, u. a. mit dem Influenzapandemieplan.

WHO, Report by the Secretariat, Influenza pandemic preparedness and response, 20.01.2005 als pdf-download


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