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Stellungnahme der GfV zur derzeitigen Diskussion um die Impfstoffe gegen Influenza-A H1N1 |
22 Oktober 2009
Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV) zur derzeitigen Diskussion um die Impfstoffe gegen Influenza-A H1N1 (Erreger der so genannten Schweinegrippe)
Die wissenschaftliche Fachgesellschaft der deutschsprachigen Virologen hält die aktuelle Diskussion in der deutschen Presse um die derzeit in Europa zugelassenen drei Impfstoffe Focetria, Pandemrix und Celvapan gegen Influenza-A H1N1 (Erreger der so genannten Schweinegrippe) für wissenschaftlich nicht nachvollziehbar und bedauert, dass es hierdurch zu einer unnötigen und unbegründeten Verunsicherung in der Bevölkerung kommt.
Zwei dieser in Europa nach Prüfung zugelassenen Impfstoffe enthalten neben dem Virusantigen (Spalt- oder Untereinheitenimpfstoffe) noch ähnliche, aber nicht identische Immunverstärker (Adjuvantien) AS03 bzw. MF59C.1, wohingegen der dritte Impfstoff die gesamten inaktivierten Influenzaviruspartikel enthält (Ganzvirusimpfstoff) ohne zusätzliches Adjuvans. Ein Spaltimpfstoff ohne Adjuvans ist derzeit in Europa nicht zugelassen.
Vergleichende Aussagen zu angeblich besserer Qualität des einen oder anderen Impfstoffes sind nicht auf entsprechende Daten gestützt und daher wissenschaftlich nicht haltbar. Alle drei Impfstoffzubereitungen wurden im Rahmen der Europäischen Zulassung vorschriftsmäßig auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft. Der Ganzvirusimpfstoff ist bislang bei weniger Personen und Altersgruppen eingesetzt worden.
Prinzipiell werden verschiedene Adjuvantien seit langem in Impfstoffen angewendet. Das in einem der beiden Spaltimpfstoffe verwendete Adjuvans MF59C.1 war in gleicher Form bereits in einem früheren „Grippeimpfstoff“ Fluad gegen saisonale Influenzaviren enthalten. Von diesem Impfstoff sind mehr als 44 Millionen Dosen beim Menschen verabreicht worden, ohne dass besondere Nebenwirkungen auftraten. Das Adjuvans AS03 ist in klinischen Studien bei mehr als 40000 Probanden eingesetzt worden, ohne dass auffällige Nebenwirkungen auftraten. Etwas höhere Raten an vorübergehenden Nebenwirkungen sind bei adjuvanshaltigen Impfstoffen (wie z.B. auch bei Tetanusimpfstoffen) generell denkbar, auch als Ausdruck einer guten Immunogenität.
Hinsichtlich der Impfziele sowie der zu impfenden Personengruppen wurden am 12. Oktober die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) publiziert (www.rki.de). Diesen Empfehlungen, in denen auch Begründungen nicht fehlen, ist aus Sicht der GfV derzeit nichts hinzuzufügen.
Die GfV fordert alle Wissenschaftler und Fachleute und die Medien dringend zu einer sachlichen Diskussion neuer Aspekte auf. Diese Diskussion kann nur auf der Grundlage von Daten erfolgen und darf nicht auf Meinungen oder gar Unterstellungen gründen.
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