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  Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV)
zu Infektionen mit dem neuen Coronavirus (Human Betacoronavirus 2c EMC/2012), 27. März 2013

Am 26. März 2013 ist am frühen Morgen ist ein Patient, der an einer schweren Grunderkrankung litt und bereits in Abu Dhabi an einer Lungeninfektion mit einem neuartigen Coronavirus erkrankt war, in einer Münchener Klinik verstorben. Die virologische Diagnose einer Betacoronavirus 2c EMC/2012 Infektion wurde an der Universität Bonn gestellt. Dortige Wissenschaftler arbeiten eng mit dem Münchener Gesundheitsamt und dem Robert-Koch-Institut an der Überwachung des Infektionsrisikos und an der Beobachtung von Personen, die während seines Krankenhausaufenthalts Kontakt zum Patienten hatten.

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  Masern und Bananen… ( 09.04.2013 )
In Berlin fand Anfang 2013 die "Fruit Logistica" statt. Diese Messe wurde von fast 60.000 Fachbesuchern aus 130 Ländern besucht. Einige der Besucher waren allerdings mit einem Reiseandenken nach Hause gefahren, das sich einige Tagen später mit hohem Fieber und Hautauschlag bemerkbar machte: Sie hatten sich auf der Messe mit dem Masernvirus infiziert.
Wie konnte der Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und dem Messebesuch in Berlin festgestellt werden? Masernviren sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, und selbst im Elektronenmikroskop sehen sie alle gleich aus (Abb. 1).


Abb. 1 Masernvirus. Elektronenmikroskopie, Maßstab = 200 nm (Quelle: Hans R. Gelderblom, Freya Kaulbars. Kolorierung: Andrea Schnartendorff/RKI)

Untersucht wird die Ausbreitung der Erreger, in dem aus Patientenproben ein Teil des Masernviruserbguts durch PCR und Sequenzierung entschlüsselt wird. Diese Sequenzdatenwerden dann mit bekannten Sequenzen anderer Masernviren verglichen und in einen Stammbaum eingeordnet. Die bei den erkrankten Messebesuchern nachgewiesenen Masernviren waren alle identisch und konnten dem Genotyp D8 zugeordnet werden (Abb. 2). Auf diese Weise können Übertragungsketten aufgedeckt werden.
Wenn - wie im beschriebenen Fall - die näheren Umstände der Infektion ermittelt wurden, dann kann die Übertragung von Masernviren manchmal sogar über Landesgrenzen verfolgt werden. Nach der Messe wurden Masernviren des Genotyps D8 nicht nur in mehreren deutschen Städten, sondern auch im schwedischen Malmö bei einem Masernpatienten nachgewiesen, der auch Besucher der Messe gewesen war. So ließ sich nachträglich der gemeinsame Ursprung dieser Übertragungskette aufdecken.


Abb. 2 Stammbaum von Masernviren zum Erkennen von Übertragungsketten. Die gekennzeichneten Sequenzen traten zunächst im Februar in Berlin auf und wurden danach im Bundesgebiet aber auch im Ausland nachgewiesen.

Ein anderes Beispiel waren Masernviren des Genotyps B3, die im Jahr 2010 von an Masern erkrankten Fußballfans als „Souvenir“ von der WM aus Südafrika mit nach Deutschland gebracht wurden. Im südlichen Afrika fand zu diesem Zeitpunkt ein großer Masernausbruch statt, bei dem diese Viren auf die nicht geimpften Fans übertragen worden waren. Diese Untersuchungen werden am Nationalen Referenzzentrum für Masern, Mumps und Röteln (NRZ MMR) durchgeführt, das die Zirkulation der Masernviren in Deutschland mit molekularen Methoden verfolgt.
Die Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten, deren Gefährlichkeit heute von vielen unterschätzt wird. In Industrieländern ist mit einem bis drei Todesfällen auf 1000 Masernpatienten zu rechnen. Die Todesfälle sind vor allem auf Komplikationen wie Lungen- und Gehirnentzündung zurückzuführen. Weltweit sterben jährlich etwa 200.000 Menschen an den Masern, die meisten Todesfälle betreffen Kinder in weniger entwickelten Regionen Afrikas und Asiens.
Ein sicherer Schutz gegen Infektionen mit dem Masernvirus wird durch die zweifache Impfung mit dem MMR- (oder MMRV-)Kombinationsimpfstoff aufgebaut. Für Deutschland hat die STIKO (Ständige Impfkommission) die Impfungen gegen Masern im frühen Kindesalter empfohlen. Die erste Dosis soll nach dem vollendeten 11. Lebensmonat, und die zweite im Abstand von mindestens vier Wochen verabreicht werden. Darüber hinaus empfiehlt die STIKO allen nach 1970 Geborenen ohne Impfschutz oder mit nur einer Masernimpfung die einmalige Verabreichung des MMR-Impfstoffs. Dieser Impfstoff wurde bereits vor Jahrzehnten entwickelt und seitdem millionenfach verabreicht. Er ist sicher in der Anwendung und der Schutz vor Erkrankung hält auch noch im Erwachsenenalter zuverlässig an; Fälle von Masernerkrankungen bei Geimpften treten nur überaus selten auf.
Übrigens: Das Masernvirus infiziert ausschließlich den Menschen – wären 95% der Weltbevölkerung zweimal mit dem MMR-Impfstoff geimpft, könnte das Masernvirus und damit die Erkrankung weltweit auf einen Schlag ausgerottet werden und damit jedes Jahr 200.000 Masernopfern das Leben gerettet werden. Europa hat sich zum Ziel gesetzt, unseren Kontinent bis 2015 masernfrei zu machen. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn auch die zweite Masernimpfung die 95% Marke erreicht.
Leider ist es eine häufig gemachte Beobachtung, dass Impfungen selbst ihr „bester Feind“ geworden sind. Sobald die Schwere einer Krankheit für die große Mehrheit nicht mehr sichtbar ist, steigt die Angst vor den seltenen Nebenwirkungen der Impfung. So wird die Gefahr des Auftretens einer Gehirnentzündung nach Masernimpfung mit einer Erkrankung pro einer Million Geimpfter angegeben. Das ist eine Zahl, die Eltern nachdenklich macht, weil sie nur das Beste für die Gesundheit ihrer Kinder wollen. Man sollte sich aber bewusst machen, dass das Risiko einer Gehirnentzündung nach Infektion mit dem Masernwildvirus um das Tausendfache höher liegt, denn diese Komplikation tritt bei einem von Tausend an Masern Erkrankten auf. Im Übrigen trägt jeder Geimpfte, der das Virus nicht weiter verbreitet, zum Aufbau einer so genannten Herdenimmunität bei, die diejenigen schützt, die für die Impfung noch zu jung sind oder deren Immunsystem so geschwächt ist, dass man sie nicht gegen Masern impfen kann (z. B. Kinder mit Leukämie oder organtransplantierte Patienten). Jeder, der sich impfen lässt, übernimmt damit nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für die besonders Schutzbedürftigen in unserer Gesellschaft.
Die Masern sind eine meldepflichtige Erkrankung. Die jährlichen Erkrankungszahlen schwanken stark: Während im Jahr 2011 1608 Fälle gemeldet wurden, traten in 2012 nur 166 Erkrankungsfälle auf. Da es in Deutschland kein nationales Impfregister gibt, kann die Zahl der Ungeschützten nur geschätzt werden, es zeigen sich aber regionale und altersbedingte Unterschiede. Die Impfquoten bei den Schulanfängern in Deutschland sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, dennoch sind Kinder in bestimmten Regionen Bayerns, Baden-Württembergs und in Berlin schlechter geschützt sind als ihre Altersgenossen in anderen Bundesländern. In Untersuchungen von Ausbrüchen und Immunitätsstudien wurde gezeigt, dass vor allem ältere Jugendliche und junge Erwachsene schlechter geschützt sind als die übrigen Altersgruppen.
Masernviren können überall auf Ungeimpfte lauern. In Krankenhäusern und Kindergärten mag man mit ihnen rechnen. In den letzten Jahren wurden aber auch an anderen Orten, an denen viele Menschen zusammen kommen, immer wieder Übertragungsketten in Gang gesetzt. Die Beispiele reichen von Sportturnieren in Italien über das Jugendtreffen im französischen Taizé und Rockfestivals in Deutschland bis eben zwischen die Apfelpyramiden und Bananenkisten in Berlin.
Daher geht unsere Bitte an alle Eltern: Überprüfen Sie den Impfschutz Ihrer Kinder und lassen Sie versäumte Impfungen beim Kinderarzt nachholen!

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der STIKO:
http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/stiko_node.html

Unsere Bitte an alle niedergelassenen Ärzte und Gesundheitsämter: Senden Sie von jedem Verdachtsfall auf Masern (Mumps oder Röteln) Abstrichproben (Rachenabstrich, Urin) an das NRZ MMR zur kostenfreien Genotypisierung des Virus.
Weiter Informationen zu Probenabnahme / Versand und zum Labornachweis erhalten Sie unter http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/NRZ/MMR/Infos_Aerzte_OEGD_inhalt.html

PD Dr. Annette Mankertz
Nationales Referenzzentrum Masern Mumps Röteln
Robert Koch-Institut
Nordufer 20 (ab. 1.9.2013 Seestr. 10)
13353 Berlin
mankertza@rki.de

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  Neues Influenzavirus A/H7N9 beim Menschen (08.04.2013)

Die chinesischen Gesundheitsbehörden melden, dass in den letzten Wochen im Osten des Landes ein neues Influenzavirus beim Menschen auftauchte. Bislang sind mehrere Fälle bekannt geworden, von denen einige tödlich verliefen. Bei den ersten Patienten handelte es sich um einen 87-jährigen und einen 27-jährigen Mann, die Ende Februar und Anfang März in Shanghai an einer akuten Lungenentzündung verstarben. In beiden Fällen und einem dritten aus der Provinz Anhui, mit ebenfalls schwerem Verlauf, wurde ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H7N9 als Erreger identifiziert. Weitere Infektionen mit klinisch milderen Verlaufsformen wurden in Shanghai und in den Provinzen Jiangsu und Zhejiang nachgewiesen. Viren des Subtyps H7 kommen bei Vögeln häufig vor, wobei man hoch pathogene und niedrig pathogene Formen unterscheidet. In der Vergangenheit kam es immer wieder zur Übertragung verschiedener H7-Viren auf den Menschen, allerdings wurde bislang nur ein tödlich verlaufender Fall beobachtet. Ob das neue Virus vom Vogel oder von einem anderen Tier auf den Menschen übertragen wurde, ist nicht bekannt. Erste molekulargenetische Untersuchungen zeigen, dass das neue Virus viele Gemeinsamkeiten mit Influenzaviren von Vögeln hat, dass es aber im Hämagglutinin und in der Polymerase Merkmale besitzt, die typisch für menschliche Influenzaviren sind. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise dafür, dass das H7N9-Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Ungeachtet dessen ist eine genaue Beobachtung der weiteren Entwicklung des Ausbruchs dringend geboten.


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  03/28/10 - 03/31/10: 3. Gemeinsame Tagung der DGHM und VAAM 2010, Hannover
3. Gemeinsame Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) e.V. und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM)

Termin: 28. – 31. März 2010

Leitung: Prof. Dr. Sebastian Suerbaum (Medizinische Hochschule Hannover)
Prof. Dr. Dieter Jahn (Technische Universität Braunschweig)

Ort: Convention Center Hannover

Auskunft: vaam-dghm2010@conventus.de


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  04/07/10 - 04/11/10: 4th European Congress of Virology / Annual Spring Meeting of GfV 2010
Joint with the annual spring meeting of the GfV
Cernobbio, Lake Como, Italy

Attention:
November 1, 2009 Deadline for abstract submission and reduced registration fee

ESC, DVV and GfV offer travel grants!!!!!! See PDF and websites!!!

We are pleased to invite you to the 4th European Congress of Virology.

You will find information on the Scientific Program, location, etc on line in the updated web site www.eurovirology2010.org

The Congress will start on April 7, 2010, in the afternoon, and end on April 11, h 13:00. The program includes five plenary sessions, workshops, and poster sessions, with talks on the following topics:

The global impact of virus persistence
Vaccine development and immune response
Virus structure and entry
Novel frontiers in Virology
Epidemiology and virus evolution
Viral infections in transplant recipients and pregnancy
Parvovirus B19
Viral gastroenteritis
Diagnostics and molecular typing
Antivirals and resistance
Emerging viruses and zoonoses
Respiratory viruses
Hepatitis viruses
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DNA viruses
Viral glycoproteins, receptors and entry
Virus structure, assembly and exit
Virus-host interactions
Transcription and siRNA
Systems biology of viruses
Plant viruses
Intrinsic and innate immunity and pathogenesis
Innate and adaptive immunity
Viral persistence and immune evasion
Viral oncology, oncolytic viruses
Viral vectors for vaccine and gene therapy
Neurovirology and endogenous retroviruses

Further information regarding registration and abstract submission will be posted on line from September 2009.

For any further information please do not hesitate to contact the Organizing Secretariat MZ Congressi, Patrizia Sirtori (phone +39 0266802323, fax +39 026686699, e-mail info@eurovirology2010.org).

We hope to see you all in Cernobbio in 2010!

Kindest regards

MZ CONGRESSI
4th European Congress of Virology Organizing Secretariat



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10/18/12 - 10/20/12 6th International Conference: HPV, Polyomavirus & UV in Skin Cancer
10/19/12 - 10/20/12 Süddeutsches Infektiologie Symposium 2012, Schloss Hohenkammer bei München
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11/09/12 - 11/10/12 GfV-Arbeitskreis „Klinische Virologie” 6. WORKSHOP in Zeilitzheim
12/17/12 - 12/18/12 International Consultative Workshop, Bethesda, Maryland
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05/11/13 - 05/15/13 26th International Conference on Antiviral Research in San Francisco, California, USA
05/15/13 - 05/16/13 3. Nationale Impfkonferenz, München